Vorräte anlegen: Wie wir lokales Obst und Gemüse den ganzen Winter über genießen können

Im kalten Winter des Nordens wussten die Menschen schon immer, dass sie sich auf einen langen Winter mit weniger Zugang zu Essbarem, Vitaminen und Kalorien hatten.

In Zeiten des globalen Lebensmittelmarktes vergessen wir manchmal, dass nicht immer alles verfügbar sein sollte und gewöhnen uns an Tomaten und Erdbeeren das ganze Jahr über. Aber insgeheim wissen wir es doch alle: So gern wir im Januar auch Erdbeeren kaufen, sie kommen weder in Farbe noch Geschmack an die Saisonfrüchte heran, an die knallrote, sonnengewärmte Erdbeere, die man auf dem eigenen Balkon oder im eigenen Beet pflückt.

Und so kann es spannend und auch ein kulinarischer und gesundheitlicher Gewinn sein, die letzten Lieblinge, die jetzt noch in Saison sind, haltbar zu machen und den ganzen Winter über zu genießen. Um solche Vorräte für den Winter anzulegen, gibt es traditionell viele Techniken. Eine der einfachsten ist die kühle Lagerung. Meine Eltern essen z.B. von den Kürbissen und Äpfeln, die sie selbst ernten und an einem kühlen (ca. 10 Grad Celsius) und trockenen Ort lagern, bis weit in den Winter hinein. Einige Gemüse sollten zudem (wie z.B. Kartoffeln) auch dunkel gelagert werden.

Außerdem sind wir alle vertraut mit Kompotten und Marmeladen, in denen der Zucker und der luftdichte Verschluss der Gläser Früchte sehr lange haltbar macht. Das Trocknen von Obst und Gemüse ist schon ein bisschen schwieriger, denn wir wollen ja Vitamine und

Nährstoffe erhalten. So geht es am besten in einem Sonnen‐ oder einem elektrischen Dörrgerät. Mit Fisch, Fleisch, oder Käse, aber auch einigen Gemüsesorten funktioniert das Räuchern super, um nicht nur die Haltbarkeit zu verlängern, sondern auch besonderen Geschmack zu erzeugen. Besonders praktisch ist in der häuslichen Küche auch das Einfrieren. Dabei bleiben nicht nur der Geschmack, sondern auch die Nährstoffe des Obstes oder Gemüses optimal erhalten.

Ich persönlich bin ein großer Fan von fermentiertem Gemüse, sprich in Salzwasser eingelegten Radieschen mit Chilischoten auch bekannt als Milchsäurelagerung. Das großartige an den Fermenten ist nämlich nicht nur, dass sich die saisonalen Gemüse so länger halten, sondern die Laktobakterien, die den im Gemüse enthaltenen Zucker in Milchsäure umsetzen, auch probiotisch für unseren Organismus wirken. Damit sind Fermente nicht nur praktisch und lecker, sondern stärken auch das Immunsystem über eine bessere Verdauung. Wer sich in der Milchsäurelagerung noch nicht so sicher fühlt, kann Gemüse auch sehr einfach in Essig einlegen, dazu am besten einen “lebenden”, also nicht pasteurisierten Essig wie z.B. einen trüben Apfelessig verwenden. Es ist toll, den Sommer noch so lange durch die eigenen Vorräte genießen zu können und außerdem ein wenig in die Fußstapfen unserer Ahnen zu treten, die Meister all dieser Vorratstechniken waren.

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