Mais: Heiliges Korn der Azteken

Wenn wir im Herbst durch Deutschland fahren, sehen wir oft Maisfelder soweit das Auge reicht.

Ich bin als Kind in Maislabyrinthen gewesen und habe Mais über Kohlen gegrillt und mit Butter und Salz gegessen. Und ich kannte genau eine Maissorte. Uniforme, gelbe Kolben aus dem Supermarkt. Dabei ist Mais eine vielfältige und aufregende Pflanze.

Wo kommt Mais eigentlich her? Mais wurde von Menschen auf dem amerikanischen Doppelkontinent seit Jahrtausenden kultiviert. Und es gibt heute ca. 5.000 verschiedene Maissorten. Es gibt Mais, den Indigene Völker Nordamerikas in der Wüste fast ohne Wasser kultivieren. In Mexiko isst man sogar einen Pilz, der Maiskolben befällt als besondere Leckerei mit Käse in Tacos. Mais ist in vielen Kulturen Zentral- und Nordamerikas noch immer heilig und das weitaus wichtigste Grundnahrungsmittel.

Und warum sehen wir in Deutschland so wenig davon? Mais ist wie anderes Gemüse bedroht vom Verlust der Sortenvielfalt. Weil wir als Verbraucher daran gewöhnt sind, eine bestimmte Sorte zu sehen und zu konsumieren, weil bestimmte Sorten für die industrielle Landwirtschaft ausgewählt und verbessert wurden. Dann ist da der Genmais, dessen Genom künstlich verändert wurde, um automatisch Pestizide zu enthalten oder mit bestimmten chemischen Sprays der industriellen Landwirtschaft zu leben. Dieser genetisch veränderte Mais ist krebserregend und sein Anbau und Verkauf sind in Deutschland verboten.

Warum sehen wir so viele Maisfelder, wenn wir doch typischer Weise gar nicht so viel Mais essen in Deutschland? Mais ist ein wichtiges Futtermittel. Genauso wie mit anderen Pflanzen, die hauptsächlich für Tierfutter angebaut werden, wird nur ein Bruchteil des globalen Maisanbaus (ca.15%) direkt für Lebensmittel aufgewandt. Das ist sehr viel weniger effizient in der Kalorienumsetzung, als die gleiche Menge von Menschen direkt verzehrt.

Mais hat im Herbst Saison. Was können wir also tun, um der global misslichen Lage des Mais und seinem Sortensterben entgegenzuwirken und aufregende visuelle und geschmackliche Erlebnisse zu haben? Mais von lokalen Bauern erwerben, fragt Sie doch mal nach den Sorten, die Sie anbauen und sprecht mit ihnen über die Vielfalt der Sorten. Es gibt auch Sorten, die sich für den Anbau in Mitteleuropa eignen. Vielleicht könnt ihr sogar eure lokalen Bauern zu neuen Maissorten in ihrem Sortiment inspirieren!!

Wie ihr Mais ganz anders zubereiten könnt mit leckeren Rezepten aus Mexiko, der Wiege des Mais, und Zentralamerika erfahrt ihr im nächsten Post, der voraussichtlich am 30.09.2020 veröffentlicht wird.

 

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