Ist es möglich sich regional und Saisonal zu Ernähren?

Die Begriffe regional und saisonal rufen in der Regel positive Assoziationen im Kontext von Umweltverträglichkeit und der Reduktion von Treibhausgasen hervor. Doch kann man wirklich davon ausgehen, dass beide Begriffe für sich genommen schon positiv für die Umweltbilanz sind?

Die Begriffe regional und saisonal rufen in der Regel positive Assoziationen im Kontext von Umweltverträglichkeit und der Reduktion von Treibhausgasen hervor. Doch kann man wirklich davon ausgehen, dass beide Begriffe für sich genommen schon positiv für die Umweltbilanz sind? Eine Analyse des CO2-Footprints kann Aufschluss darüber geben, was wirklich hinter den beiden Begriffen und deren Zusammenhang zu verstehen ist. Der CO2-Footprint umfasst sämtliche Treibhausgase, die durch ein Produkt oder einer Dienstleistung entstehen. Dabei wird der vollständige Produktionszyklus gewertet.

Dazu gehören:

Produktion
Transport
Verkauf
Nutzung
Entsorgung
Diese Stationen im "Leben" eines Produktes stellen wichtige Stellschrauben dar, an denen gedreht werden kann, um den CO2-Footprint im Bezug auf regional und saisonal zu beeinflussen. Wenn man beispielsweise Gurken im Gewächshaus Betrachtet, lässt sich das Konzept veranschaulichen. Gurken benötigen 20 - 25 Grad Lufttemperatur für ideales Wachstum. Diese Bedingungen herrschen in Deutschland im Zeitraum von Juni bis August. Ein anderes typisches Land für den Anbau von Gurken ist Griechenland. Hier herrschen diese Temperaturen von April bis Juni und von September bis Oktober (Juli und August können zu heiß sein). Um die ungünstigen Bedingungen in Deutschland über einen längeren Zeitraum zu kompensieren, müssten Gewächshäuser durch Strom beheizt werden. Dieser erhöhte Energiebedarf steht dabei dem längeren Transportweg gegenüber, den die Gurken aus Griechenland nach Deutschland zurücklegen müsste. In jedem Fall wird der CO2-Footprint der Gurken erhöht.

Stellt das für die Umweltverträglichkeit ein Dilemma dar?

Nicht wirklich, denn wenn man einen Blick in einen saisonalen Kalender  für heimisches Gemüse wirft, fällt auf, dass es zahlreiche andere Produkte gibt, die ab September frisch geerntet werden, wie zum Beispiel Rosenkohl oder Champignons. Dieses Beispiel sollte veranschaulichen, dass es sich bei den Begriffen regional und Saisonal weder um Gegensätze noch um Begriffe handelt, die sich vollständig in gut oder schlecht kategorisieren lassen. Sie stehen in einer wechselwirkenden Beziehung zueinander und jeder Verbraucher sollte sich Gedanken darüber machen, wann der Ideale Zeitpunkt ist, bestimmte Produkte zu kaufen. Es ist also durchaus möglich, sich saisonal und regional zu ernähren und das mit vielen gesundheitlichen Vorteilen.

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