Adaptogene Pflanzen gegen Alltagsstress

Wer sich mit der heilenden Wirkung von Pflanzen beschäftigt, stößt schnell auf einen Begriff, der immer wieder als positive Eigenschaft hervorgehoben wird und auch im Bereich der Superfoods und Nahrungsergänzungsmittel Einzug gehalten hat: Adaptogene. Das Wort stellt Bezug zu “adaptieren” her und setzt adaptogene Pflanzen in Beziehung mit der Anpassung des Körpers an neue Umwelteinflüsse.

Allgemein werden Adaptogene Pflanzen als ungiftige definiert, die sich positiv auf verschiedene Körpersysteme auswirken und so Stress entgegenwirken, sei er physisch, psychologisch oder umweltbedingt. Außerdem helfen Adaptogene dem Körper, sich an Neues zu gewöhnen und in ein gesundes Gleichgewicht zu kommen. Da ihre Wirkung unspezifisch ist, können sie je nach Individuum und Situation sowohl beruhigend als auch anregend wirken.

 

Da Adaptogene mit Stressmanagement in Verbindung gebracht werden, sind sie für viele Menschen ein täglicher Begleiter und unterstützen ihren Alltag. Auch bei Reisen können adaptogene Pflanzen hilfreiche Unterstützer sein, da die Veränderung von Luft, Höhenlagen, Ökosystem, Speisen etc. den Körper vor Herausforderungen stellt. Wer sich für Adaptogene interessiert, sollte allerdings beachten, dass auch wenn Adaptogene ohne Rezept frei verkäuflich sind und im Allgemeinen als sicher angesehen werden, sie bei Menschen mit Vorerkrankungen oder bestimmten Medikamenten negative Wechselwirkungen haben können. Einige von ihnen stimulieren beispielsweise das Immunsystem (wie Ashwaganda) und können sich daher negativ auf Menschen mit Autoimmunkrankheiten auswirken. Von daher sollet immer unbedingt mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden, bevor jemand beginnt, Adaptogene zu nehmen.

 

Viele der Pflanzen, die wir in der Kräuterheilkunde als Adaptogene kennen, kommen aus dem asiatischen Raum, da das Konzept vor allem in traditioneller chinessicher Medizin von Bedeutung ist. Heilpflanzen wie Ashwaganda (Withania somnifera) und Indisches Basilikum oder Tulsi (Ocimum sanctum)  können aber auch in unseren heimischen Breiten angebaut werden. Außerdem gibt es natürlich auch Pflanzen, die in Mitteleuropa heimisch sind und auf unseren Körper eine ähnliche Wirkung haben wie diese bekannten Adaptogene. Beispiele dafür sind Süßwurz (Glycyrrhiza glabra), echter Hafer (Avena sativa) oder Rosenwurz (Rhodiola rosea).

 

Neben ihren stresslindernden Eigenschaften haben Adaptogene natürlich auch noch viele andere Wirkungen, die sich je nach Pflanze und Inhaltsstoffen unterscheiden. So helfen einige von ihnen mit der Stabilisierung des Blutzuckerspiegels, während andere gegen Angstzustände oder Depressionen wirken. Je nach den besonderen Vorraussetzungen oder Vorerkrankungen jedes einzelnen kann sicher jeder ein Adaptogoen finden, das zu ihm passt. Adaptogene können in Form von Tees, Tinkturen oder auch als medizinischer Essig eingenommen werden. Auch in Zeiten der Covid-Pandemie sind sie hochaktuell, da wir alle momentan mit neuen Stressfaktoren konfrontiert werden und ein wenig extra Unterstützung unseres Imunsystems ganz sicher gebrauchen können!

 

Bildnachweis:
"Herbs" by Hornbeam Arts is licensed under CC BY-NC 2.0
"Relaxing Tea - Licorice Root, Goji berry, mint - Les Boucheries Parisiennes" by avlxyz is licensed under CC BY-SA 2.0
"Herbs and Spices" by Scarygami is licensed under CC BY-SA 2.0

 

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